Hand hält weißen Kopfhörer vor grauem Hintergrund, Titelbild für Podcastfolge Trauer am Arbeitsplatz
Foto von Pavel Danilyuk, Pexels

Podcastfolge Trauer am Arbeitsplatz

Heute gibt es was auf die Ohren: Wie erwartet Trauernde an ihrem Arbeitsplatz? Dazu hat Melanie Hoericht mich interviewt. In diesem Artikel gibt es den Link und

  • was mir wichtig ist
  • und einen Nachtrag, den ich gern noch etwas verstärken möchte!
Viel Spaß beim Lesen und Hören!

Die liebe Melanie Hoericht, ihres Zeichens Sterbeamme, hat mich für ihren Podcast. „Tod. Und dann? Trauer. Leben.“ interviewt. Das Thema unseres Gesprächs war die Frage, was trauernde Mitarbeitende an ihrem Arbeitsplatz erwartet.

Ich habe das Gespräch sehr genossen und für das Hören der Aufnahme etwas Mut gebraucht (eigene Stimme hören und so…)

Trauer am Arbeitsplatz – das war mir wichtig

Was war mir für den Podcast besonders wichtig?

„Unsichtbare Trauer“

Trauer wird manchmal nicht gesehen, aus verschiedenen Gründen:

  • weil das Baby stirbt, bevor sich die Schwangerschaft nicht rumgesprochen hatte,
  • weil es jemand im Freundeskreis ist, und das mag man vor Kolleg_innen nicht erzählen,
  • weil man von einer schambehafteten Todesursache (etwa Suizid) nicht erzählen mag,
  • weil es doch angeblich „normal“ ist, dass Eltern in dem Alter sterben.

.

Diese ungesehene Trauer macht es für manche Trauernde wie das Umfeld (das vielleicht trotzdem merkt, dass etwas nicht stimmt) schwer, ohne dass sie es sich eingestehen.

Die eine Lösung dafür gibt es nicht. Von Ansprechen (auch anonym, also: mir geht es nicht gut) bis sich rauszuziehen (über Überstunden, AU, …) kann individuell etwas richtig sein

Trauern braucht Mut

Und das Drübersprechen auch. Von Trauernden wie von Personen drumherum.

Wie geht der Satz für Sie weiter: Trauen Sie sich …?

…, bei der Arbeit über den Todesfall zu sprechen?

…, den Namen des verstorbenen Partners zu sagen?

…, mir selbst einzugestehen, dass es zu schwer für mich/uns allein ist?

…, dass es schwerer ist oder länger dauert, als ich dachte?

Es lohnt sich zu fragen: Was muten Sie sich selbst zu? Und was anderen?

Denn nicht selten ist die erste Hürde das Selbstbild.

Wer ist das Unternehmen?

Auch wenn wir von „dem Unternehmen“ sprechen, für Trauernde gibt es eher viele Einzelpersonen oder kleine Gruppen von Menschen. Die Führungskraft, den_die HR-Experten, die Kollegin, die XYZ ist und den Kollegen, der ABC macht, und das Team 1-2-3…

Wenn wir also draufschauen, was Trauernde am Arbeitsplatz erwartet, lohnt es, nach stützenden und weniger helfenden Personen und Konstellationen pro Bereich zuschauen. Hört sich logisch an, und wird beim Fragen oft vergessen.

Und das würde ich gern noch hinzufügen:

Auch Kolleg_innen dürfen Wünsche und Anliegen haben: Empathie für die trauernde Person ist mehr als willkommen. Und wenn Kolleg_innen keine Details über einen Todesfall erfahren möchten, ist das absolut schützenswert. Oder wenn sie einen Ausblick haben möchten, wie lange sie eine Lastspitze mit abfedern. Oder trotzdem von ihrem schönen Urlaub erzählen möchten.

Hier bei Bedarf und individuell Lösungen zu verhandeln, ist zB Aufgabe der Führungskraft oder einer internen Vertrauensperson.

Letztlich ist eine Führungskraft zu jedem Zeitpunkt für alle Mitarbeitenden zuständig. Wiederhole: Für alle. Eine Verkürzung auf „Aber ich…“ ist für Niemanden hilfreich.

Unterstützt die Führungskräfte in Nicht-Standard-Situationen.

Es wirkt auf so vielen Ebenen, wenn eine Führungskraft während einer Krisensituation eines_einer Mitarbeitenden gut reagiert und dafür evtl. Unterstützung bekommt: einfacher für die trauernde Person, besser in der Kommunikation ins Team hinein, bindet mehr an den Arbeitgeber, früher Klarheit, wie es weitergeht, und mit ein wenig mehr Vertrauen kann manche trauernde Person früher wieder starten… Also nur Vorteile.

Bei all dem, darf die Führungskraft der Führungskraft (oder HR) gucken, dass es auch der Führungskraft als Person gut geht.

Diese Punkte waren mir besonders wichtig. Neugierig geworden? Dann hört oben rein oder schaut nach mehr Folgen von Melanie’s Podcast Tod. Und dann? Trauer. Leben.

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Und hier gibt es weitere Artikel über Tod und Trauer im Unternehmen:

Ein Arbeitskollege oder eine Arbeitskollegin trauert, und Sie sind unsicher, wie Sie damit umgehen sollen?

Hier geht es zum Artikel mit Impulsen für Kolleg_innen von Trauernden.

Wenn ein Kollege oder eine Kollegin stirbt, ist die Situation vielleicht seltsam: Der Tod zieht ins Unternehmen ein, obwohl er eher im Privaten vermutet wird. Vielleicht trauern Sie? Oder sie sind verunsichert?
Dieser Artikel richtet sich an trauernde Kolleg_innen.

Wenn ein_e Mitarbeiter_in trauert – oder gar stirbt – gilt es, die Interessen der trauernden Person, der Team-Kolleg_innen und des Unternehmens zusammenzubringen.Das übernimmt oft eine Führungskraft.

Ein kommunikativer Kraftakt!

In diesem Artikel geht es um die Kommunikation bei Tod und Trauer im Unternehmen.

Was ist aus Unternehmenssicht zu tun, wenn ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin stirbt?

Hier gibt es Tipps für HR-Experten und Führungskräfte beim Todesfall eines_einer Mitarbeitenden

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