Todesnachricht am Arbeitsplatz
Lesen Sie in diesem Artikel, wie Sie als Führungskraft handeln, wenn ein:e Mitarbeiter:in am Arbeitsplatz die Nachricht von einem schlimmen Unfall oder sogar einem Todesfall bekommen.
Wenn Mitarbeitende eine Todesnachricht am Arbeitsplatz erhalten
Wenn ein:e Mitarbeitende:r am Arbeitsplatz eine Todesnachricht erhält, geben Sie als Führungskraft im Idealfall doppelt Halt: der:dem betroffenen Mitarbeiter:in wie auch den Kolleg:innen im direkten Umfeld.
Dabei geht es nicht darum, korrekt zu handeln, sondern sich menschlich und zuverlässig zu zeigen.
Hier sind Erste-Hilfe-Tipps, wie Sie als Führungskraft in der akuten Situation gut für die Person sorgen, die eine belastende Unfall- oder Todesnachricht bekommen hat:
Geben Sie der Person das Gefühl: Du bist hier sicher.
Das gelingt, indem Sie die Person in einen ruhigen Raum bringen. Vermeiden Sie Fragen, sprechen Sie vielmehr ruhig und mit kurzen Sätzen. Je nach Zustand holt ein Schluck sehr kaltes Wasser die Person ins Jetzt (wird auch in der Akutbegleitung angewendet).
Bitte lassen Sie die Person nicht alleine.
Unterstützen Sie bei den nächsten Schritten.
Die einfachste Frage ist: Gibt es jemanden, den Sie anrufen sollen? Wen möchte der:die Mitarbeiter:in kontaktieren?
Und: Nicht immer ist ein schneller Anruf die beste Lösung, eventuell sollten weitere Familienangehörige die Nachricht persönlich bekommen.
Prüfen Sie, wie die Person nach der Todes- oder Unfallnachricht nach Hause oder ins Krankenhaus kommt.
Möchte die Person abgeholt werden? Soll ein Taxi organisiert werden? Eventuell könnte ein:e Kolleg:in die betroffene Person fahren oder begleiten?
Falls es passt: Weisen Sie auf Möglichkeiten wie Sonderurlaub, Krankmeldung oder flexible Freistellung hin. Das können Sie auch im Nachgang per E-Mail/Chat anbieten. Schön ist, wenn sich das Team-Mitglied erst einmal keine Gedanken über den Arbeitsausfall machen muss.
Signalisieren Sie: Deins ist jetzt erst einmal das Wichtigste.
Für alles andere bleiben wir in Kontakt. Eventuell können Sie anbieten, sich am Abend oder am nächsten Tag zu melden. Falls nötig, können Sie akut gern Folgendes aussprechen. Die Arbeit ist jetzt nicht wichtig. Und es kann gut sein, dass der:die Mitarbeiter:in genau das schon sehr gut weiß.
Blick in den Spiegel (Selbstfürsorge)
Wie geht es Ihnen jetzt, nachdem Sie sich gut um den:die Mitarbeiter:in gekümmert haben? Wenn der Tod ins Arbeitsleben einbricht, darf das etwas bei Ihnen auslösen. Sorgen Sie unbedingt auch für sich selbst: Ein Gespräch mit der eigenen Führungskraft, einer Coachin (wie mir) oder einer/einem geschätzten Kolleg:in aus dem Führungskreis kann Entlastung bringen.
Das ist nicht zuletzt wichtig, um weitere Schritte ebenso gut zu managen.






Petra Meyer
Coachin und Trauerbegleiterin München und remote
Veränderungen mit Zuversicht und Empathie begleiten
Und die Kolleg:innen?
Ein zweiter wichtiger Punkt, den Sie als Führungskraft in dieser Situation managen, ist das Team. Es geht darum, Kolleg:innen im Team aufzufangen, die die Todesnachricht mitbekommen haben. Alternativ braucht es eventuell eine Einordnung von Ihnen für andere Team-Mitglieder, als Antwort auf die Frage: Warum ist Person X kurzfristig ausgefallen?
Das sollten Sie für die Kolleg_innen im Umfeld tun, die die Nachricht evtl. mitbekommen haben:
Menschen im Team beruhigen
Sprechen Sie mit den direkten Kolleg_innen, erklären Sie den Ausfall, ohne zu viele Details zu teilen, und bitten Sie gleichzeitig um Respekt für den:die betroffene Kolleg:in, um sowohl Flurfunk als auch zu viele Nachfragen zu vermeiden.
Auf Reaktionen gefasst sein und um Mitarbeit bitten
Lassen Sie Raum für Reaktionen, auch heftige Emotionen – ein solcher Fall kann Angst machen!
Bitten Sie die Kolleg_innen um Mithilfe, und verteilen Sie, wer welche Aufgaben übernehmen könnte. Etwas tun zu können, ist für viele Menschen einfacher, als sich hilflos zu fühlen.
Informieren Sie weiter
Geben Sie in den nächsten Tagen eine kurze Einordnung, wie es der betroffenen Kolleg_in geht. Teilen Sie dabei nur die Details, die Sie mit der oder dem trauernden Mitarbeiter_in abgesprochen haben.
Halten Sie die Situation auch langfristig im Blick: Wenn die betroffene Person zurückkehrt, könnte sie wie auch Kolleg_innen im Team erneut verunsichert sein. Sprechen Sie das eventuell an.
So fangen Sie als Führungskraft Kolleg:innen auf, die die Todesnachricht am Arbeitsplatz mitgehört haben
Das können Sie bei Trauer am Arbeitsplatz zusätzlich tun
Sprechen Sie eventuell mit einer Ansprechperson für Personalverwaltung oder der eigenen Führungskraft, was von Ihnen als Führungskraft erwartet wird. Klären Sie auch mögliche Fragen, etwa, wie sich die Abwesenheit in der Zeiterfassung abbilden lässt.
Dort erfahren Sie auch: Gibt es einen Krisen- oder Notfallplan im Unternehmen, den Sie einhalten sollten? Ist es sinnvoll, eine interne oder externe Vertrauensperson, jemanden vom EAP-Partner oder eine interne Kriseninterventionsstelle zu informieren?
Diese Schritte sollten im unternehmensinternen Krisen- oder Trauer-Management festgelegt sein.







