Gruppe Personen, eine ausgeschlossen im Vordergrund, als Zeichung, für aberkannte Truer
Bild KI-generiert von Petra Meyer mit Canva (Magic Studio™)

Aberkannte Trauer: Wenn Trauer nicht sein darf

Aberkannte Trauer ist ein Konzept aus der Trauerforschung – und es wird leider immer mehr zur gesellschaftlichen Realität.

Dem Begriff von Kenneth J. Doka liegt zugrunde, dass in einer Gesellschaft Trauerregeln herrschen, die abstecken, wer, wie, wie stark oder wie lange trauern darf. Ich beobachte in meiner Praxis: Fast jeder_m Trauernden wird die Trauer relativ bald nach einem Verlust aberkannt.

Im Artikel

  • erläutere ich den Begriff, wie er in der Forschung benutzt wird, und
  • diskutiere das Phänomen aus der Praxissicht.

Was ist aberkannte Trauer? Dokas Konzept mit fünf Ausprägungen

US-Forscher Kennet J. Doka berichtet von einer Frau, die eine Affäre hatte. Der Mann stirbt, die Frau erfährt es eher zufällig. Sie ist nicht zur Beisetzung eingeladen, kann nicht über ihre Trauer reden, nicht unter anderen Trauernden trauern, ja, sogar: sie darf sich nicht als Trauernde zu erkennen geben.

Doka entwickelt ausgehend von dieser Beobachtung das Konzept der aberkannten Trauer. Mittlerweile gibt es mit fünf Ausprägungen.

1. Die Beziehung zur verstorbenen Person wird nicht anerkannt

Das Recht zu trauern wird vor allem Menschen innerhalb einer Familie zugesprochen, und dort – gerade in älteren Generationen – den Frauen. Trauer für Verstorbene außerhalb der Familie wird dagegen weniger anerkannt, etwa von Partner:innen in einer geheimen oder jungen Partnerschaft, Menschen im Freundeskreis oder Arbeitskolleg_innen.

2. Der Verlust wird nicht als solcher anerkannt

Ein klassisches Beispiel für Verluste, die nicht als schwerwiegend genug anerkannt werden, sind Schwangerschaftsverluste, besonders frühe; der Verlust alter Eltern, deren Tod doch eine Erlösung sei; der Verlust eines Lebenskonzepts bei unerfülltem Kinderwunsch, der für das Umfeld oft unsichtbar ist; der Verlust eines Menschen durch Wesensveränderungen bei Krankheiten wie Demenz; oder der Tod eines Tieres, dessen Bedeutung für den Alltag von Zweibeinern schnell unterschätzt wird.

Alle diese Fälle werden oft vom Umfeld als wenig „betrauernswert“, weniger schlimm eingestuft.

3. Menschen wird die Notwendigkeit oder Fähigkeit zu trauern abgesprochen.

Kindern und Menschen mit einer geistigen Einschränkung wird schnell die Fähigkeit zu trauern abgesprochen; dabei bemerken sie die Veränderung durchaus, und sie können Verluste betrauern. Auch die Trauer älterer Menschen wird oft als nicht so schwerwiegend abgetan, als schütze ein fortgeschrittenes Lebensalter oder die häufigere Begegnung mit dem Tod die Trauer um den Verlust naher Menschen.

In allen Fällen gilt: Den Trauernden werden kaum Angebote gemacht oder die trauernde Person wird vom Geschehen ausgeschlossen.

4. Umstände eines Verlustes führen zu Stigmatisierung

Abtreibungen, ein Tod nach Suizid oder nach s-xuellen Handlungen, nach Drogenmissbrauch oder anderen Suchtthematiken – in diesen und ähnlichen Fällen wird Zugehörigen ihre Trauer aufgrund der Todesursache bzw. des Todesumstandes abgesprochen. In der Wahrnehmung des Umfelds drängt sich das Todesgeschehen vor den Verlust. Die verstorbene Person wird dann zum Beispiel auf Drogenmissbrauch o.ä. reduziert.

Bei den Zugehörigen können Scham und die Angst vor Stigmatisierung dazu führen, dass sie nicht über ihren Verlust sprechen können oder keine Unterstützung annehmen.

Eine weitere Facette der Aberkennung ihrer Trauer: Eventuell werden sie von Angeboten ausgeschlossen oder fühlen sich ausgeschlossen, zum Beispiel, wenn in einer Sternenkindergruppe als Standard angenommen wird, dass verstorbene Kinder Wunschkinder waren; oder weil trauernde Eltern nach einem Fetozid bei einem kirchlichen Träger nicht angenommen werden.

5. Die Trauerreaktion entspricht nicht der Norm oder wird als unangemessen betrachtet

„Frauen weinen.“ Oder: „Männer trauern für sich allein.“ Diese und andere starre gesellschaftliche Erwartungen können es Trauernden schwer machen, ihre Trauer zu zeigen, wenn sie dieser vorgeblichen Norm nicht entsprechen. Auch das ist eine Form der Aberkennung.

Ähnlich kann es Menschen gehen, die aufgrund ihrer Religion oder kulturellen Prägung anders mit Tod und Sterben umgehen, als es die selbsternannte Mehrheitsgesellschaft für schicklich erachtet.

Aberkannte Trauer basiert auf Trauerregeln

Dokas Modell liegt zugrunde, dass es in jeder Gesellschaft so etwas gibt wie Trauerregeln, kodifizierte oder stille Übereinkünfte darüber, wer wie, wie stark oder wie lange trauern darf.

Diese Trauerregeln zeigen sich zum Beispiel darin, wem Sonderurlaub nach einem Todesfall zugestanden wird – in der Regel ist das nur die allerengste Familie. Dabei bleiben viele Menschen, die Verstorbenen nahe waren, außen vor, von nichtverheirateten Partner_innen über enge Freunde und Freundinnen bis zu wichtigen Personen aus dem beruflichen Umfeld oder der Schule.

Etwas „stiller“ zeigen sich die Trauerregeln in der Reihenfolge, in der Angehörige auf der Traueranzeige genannt sind, oder wie die Geh-Reihenfolge bei der Beisetzung ist.

Auch die Antwort auf die Frage, wie heftig eine Trauerreaktion sein darf, scheint in den Trauerregeln festgelegt zu sein; und die häufige Antwort ist: Bitte als persönliches Problem behandeln, und der Öffentlichkeit oder dem Umfeld bitte möglichst wenig zumuten. Das ist zwar nicht schön, und im engeren Sinne keine aberkannte Trauer. Das ist schlicht die Unfähigkeit von Menschen, mit Sterben und Trauer umzugehen. Mehr dazu unten.

Wenn wir uns gelungene Trauerprozesse anschauen, oder in andere oder frühere Gesellschaften blicken, sehen wir, dass Menschen meistens in der Abwechslung aus Rückzug und Unterstützung durch die Gemeinschaft bzw. Rücksicht des Umfelds trauern. Das zeigt sich in religiösen Riten wie den Totengebeten (mehr im Artikel zu Dauer von Trauer) ebenso wie in den Trauerjahren, die es in verschiedenen Religionen gibt. Beides gibt Trauernden den Schutz und Raum für die Veränderungen, die nach dem Tod einer wichtigen Person passieren müssen, um weiterleben zu können.

Und damit sind wir beim Kern von aberkannter Trauer in unserer Gesellschaft:

In einer trauerunfähigen Gesellschaft wird quasi jede Trauer schnell aberkannt.

In meiner Praxis beobachte ich, dass mittlerweile gewissermaßen jede Art der Trauer aberkannt wird, zumindest nach relativ kurzer Zeit. Denn selbst, wenn ein Kind oder ein Partner verstirbt, ist die Erwartungshaltung des Umfelds nicht selten, dass Trauernde ihre Verlustverarbeitung im Privaten lassen oder es nach wenigen Monaten doch besser sein müsste. Damit wird den Trauernden nach der ersten akuten Trauer Unterstützung verwehrt – nicht aus böser Absicht, sondern aus Unwissen über Trauerprozesse.

In beruflichen Kontexten oder im weiteren Bekanntenkreis werden die Auswirkungen von Trauer zudem schnell unterschätzt: Die Erwartung ist, dass Menschen nach wenigen Wochen wieder leistungsfähig sind. 

Diese Fehleinschätzung über Trauer am Arbeitsplatz führt schnell zu einer Benachteiligung, zum Beispiel wenn Mitarbeitende bei einem Todesfall ohne den passenden familiären Status keinen Sonderurlaub bekommen.

Egal, ob im persönlichen oder beruflichen Umfeld: Nicht gesehene oder berücksichtigte Trauer führt dazu, dass Trauernde nicht die Unterstützung finden, die den Trauerprozess etwas tragbarer machen könnten. Es kann sogar dazu führen, dass Trauernde sich eher zurückziehen, den Kontakt meiden oder eventuell sogar Freundschaften abbrechen. Dann kann es passieren, dass die Trauer erschwert wird, also länger andauert und heftiger ausfällt als bei guter Unterstützung aus dem Umfeld.

Im Beruflichen ist die Folge häufig, dass Mitarbeitende sich arbeitsunfähig schreiben lassen (müssen) oder mittelfristig kündigen.

Gegen diese Aberkennung von Trauer hilft Aufklärung. Deswegen: Trauer ist normal und berechtigt. Trauer darf heftig sein; sie darf dauern, und auch länger dauern, als ein Umfeld erwartet; sie darf dazu führen, dass man auch mal nicht funktioniert, Konzentrationsstörungen, Stimmungsschwankungen oder Schlafprobleme hat, oder dass sich schwere Gefühle melden.

Trauer wird leichter zu tragen, wenn sie Anerkennung findet. Das ist das, was heute allzuoft nur Trauergruppen leisten.

Und außerhalb von Trauergruppen? Da sind Familie, Freund_innen, Bekannte und Arbeitskolleg_innen gefragt.

Im nächsten Teil möchte ich die Frage beantworten: Wie können Sie es besser machen?

Beispiele für aberkannte Trauer – und wie Sie Trauernde unterstützen  können

Beispiel: Eltern in einer Sternenkindergruppe:

Eltern von Sternenkinder berichten regelmäßig, dass selbst enge Freund_innen 5 oder 6 Monate nach einer kleinen oder stillen Geburt nur wenig Verständnis für noch anhaltende Trauer zeigen. Auch am Arbeitsplatz gibt es manchmal wenig bis gar keine Rücksichtnahme. 

Wenn Sie ein Paar kennen, dessen Kind in der Schwangerschaft stirbt:

  • Für das Umfeld endet eine Schwangerschaft, für die Eltern stirbt ihre Zukunft, zumindest die, auf die sie sich gerade vorbereitet haben. 
  • Fragen Sie nach dem Namen des Kindes – und benutzen Sie ihn!
  • Fragen Sie, wie die Schwangerschaft war. Und wie die Geburt; denn so seltsam es sich anhört: Die Geburt kann trotzdem ein schönes Erlebnis sein. 
  • Machen Sie sich bewusst: Der Verlust eines Kindes kann lange schmerzen.
  • Nehmen Sie eine Folgeschwangerschaft nicht als „Alles wieder gut“, sondern als Spagat zwischen dem Wunsch, dass das Leben weitergeht, und der Trauer um ein Kind, dessen Zukunft zu schnell beendet ist.
  • Ermutigen Sie die Eltern, sich Auszeiten zu nehmen, familiär oder beruflich, wenn diese wenig Rücksicht im beruflichen Kontext erfahren.

Ein Jugendlicher stirbt; Nachbarn, Verwandte und Bekannte fragen die etwas jüngere Schwester, wie es den Eltern geht. Manche fordern vielleicht sogar dazu auf, „stark für die Eltern zu sein“. Wo bleibt die Anerkennung dafür, dass die Beziehung zum Geschwister etwas Besonderes ist, und ihr Sterben nicht nur ein Problem für die Eltern ist? Und dass Jugendliche ebenso trauern?

Wenn Sie eine Familie kennen, in der neben den Eltern auch ein Geschwister trauert:

  • Fragen Sie das Geschwister, wie es ihm oder ihr geht, vielleicht sogar mehrfach.
  • Fragen Sie, ob er oder sie mit jemandem reden kann – weil das signalisiert, dass er oder sie ein Anrecht auf eigene Trauer hat.
  • Überlegen Sie, was die Geschwister verbunden hat, und kommen Sie darüber ins Gespräch.
  • Und akzeptieren Sie bitte auch, wenn Sie als Freund_in der Eltern für die Eltern reserviert sind. Eine spezielle Jugendtrauergruppe kann hier eine Lösung sein.
  • Generell gilt in Familien: Nehmen Sie die Trauer der verschiedenen Familienmitglieder auch einzeln wahr. Fragen Sie sich zum Beispiel immer wieder: Von wem habe ich wenig gehört? Was kann ich diese Person fragen? Kann ich etwas mit der Person unternehmen?

Nach dem Tod des Partners oder der Partnerin gibt es viel Aufmerksamkeit und Hilfsangebote – und diese Zuwendung hält nur wenige Wochen. Dann fängt für viele Trauernde die schwerste Zeit an, und für Witwen und Witwer, die nicht nur den nächsten Menschen, sondern auch den oder die Mitstreiter:in im Alltag verloren haben. Wenn dann noch jüngere Kinder im Haushalt leben, bleibt die Trauer schon aus Energie- und Zeitgründen auf der Strecke. Der Schritt zur Überlastung ist da nicht weit.

Und während für andere Menschen schnell der Alltag einzieht, bleibt die verwitwete Person allein, und bemerkt die Leerstelle in jedem Aspekt ihres Leben umso mehr, je öfter sie mit dem Alltag der anderen, der die Trauer weitgehend ausblendet, konfrontiert wird.

Das können Sie als Mensch im Umfeld tun:

  • Denken Sie an wichtige Daten. Das Jahr ist voll von Geburtstagen, Todestag, Kennenlern- oder Hochzeitstag, von Familienfesten wie Weihnachten bis zu runden Geburtstagen im trauten Familienkreis. Signalisieren Sie: Ich verstehe, dass das kein Business as Usual ist.
  • Bieten Sie Hilfe bei Alltagsdingen an, von der Steuererklärung bis zum Rasenmähen.
  • Und falls Kinder im Haus sind: Wie können Sie hier im Alltag unterstützen?
  • Außerdem: Freuen Sie sich über eine neue Beziehung, ohne den oder die Verstorbene zu vergessen.
  • Und respektieren Sie bitte auch, wenn eine neue Beziehung nicht das Richtige ist.

Wenn Eltern im Alter oder vielleicht sogar nach einer Krankheit oder Pflegezeit sterben, sagt der Rest der Welt schnell Dinge wie „war doch besser so“ oder spricht über Leid, das erspart geblieben sei.

Das signalisiert wenig Verständnis dafür, dass der Tod eines Menschen, der unser Leben lang Teil unseres Lebens war, Schmerz, Alleinsein und Nachdenklichkeit nach sich ziehen kann. Denn bis auf eigene Geschwister oder eventuell Tanten / Onkel reden Erwachsene oft kaum noch über ihre verstorbenen Eltern.

Was können Sie besser machen?

  • Vermeiden Sie Dinge wie „war doch besser so“. Das dürfen nur die engsten Angehörigen.
  • Ähnlich wie bei erwachsenen Geschwistern: Fragen Sie nach Erinnerungen und feiern Sie das Leben.
  • Fragen Sie, wie es einem eventuell lebenden Elternteil geht und eventuellen Geschwistern – und hören Sie zu, wie die Familie über den oder die Verstorbene spricht.
  • Erkundigen Sie sich, wie es mit der Wohnung oder dem Haus weitergeht. Je nach Verhältnis können Sie eventuell Hilfe beim Räumen anbieten.
  • Und vielleicht ist das auch die Gelegenheit, über die Sterblichkeit der eigenen Eltern nachzudenken?

Wenn ein erwachsenes Geschwister stirbt, geht die Aufmerksamkeit des Umfelds meistens auf die Kernfamilie – Partner_in und Kinder – und eventuell noch die Eltern. Erwachsene Geschwister fallen hinten herunter.

Und mehr: Sie selbst stellen die eigene Trauer oft zurück, kümmern sich um Nichten und Neffen, Schwägerin oder Schwager und eventuell die eignen Eltern. Dabei verlieren sie eine der Personen, die sie am längsten kannte, die ihre Persönlichkeit stark mitgeprägt hat, die „früher“ besonders wichtig war, positiv oder negativ.

Nicht selten meldet sich die eigene Trauer dann später oder anders: als Ungeduld, Dünnhäutigkeit, Konzentrations- oder Schlafprobleme oder mit anderen sogenannten „Symptomen“ von Trauer. Oder später, wenn die vermeintlich direkt betroffenen Familienmitglieder stabiler werden.

Wenn eine Freundin oder ein Freund von Ihnen um ein erwachsenes Geschwister trauert:

  • Erkennen Sie an, was die Person für Familienmitglieder tut.
  • Und fragen Sie trotzdem nach: Wie war EUER Verhältnis? Wie wart ihr als Kinder? Was mochtest Du an Deinem Geschwister – und was hat Dich auf die Palme getrieben?
  • Und hier wie in allen Fällen: Bitte nehmen Sie sich Zeit zum Zuhören.

Ich habe mit vielen Sternenkind-Eltern gearbeitet und gesehen: Manche Väter tun sich schwer mit der gesellschaftlichen Erwartung, dass sie „stark sein müssen“. Die Emotionen sollen dann bei der Partnerin richtig aufgehoben sein, er solle sie in der schweren Zeit gut stützen.

Falls jemand jedoch einen anderen Trauerstil hat, anders trauert, als die gesellschaftliche Erwartung es ihm oder ihr zugesteht, wird das schnell zum inneren Konflikt.

Das gilt nicht nur für Männer; ebenso gibt es Frauen, die weniger gefühlsbetont trauern, sondern eher kognitiv oder im Tun verarbeiten. Sie fallen nur oft weniger auf, wenn es dem Umfeld ganz recht ist, wenn jemand nicht so emotional trauert; sie sei so stark oder gefasst, heißt es dann schnell. 

Beide Beispiele zeigen, dass Gender-Zuschreibungen das Trauererleben einengen können, ebenso andere Faktoren. Kenneth J. Doka, der den Begriff der disenfranchised grief, im Deutschen als aberkannte Trauer übersetzt, geprägt hat, hat später über Trauerstile gearbeitet.

Er setzt Rollen/Gender und Trauerstile so in Beziehung: „Das gesellschaftlich geprägte Rollenverständnis kann den eignen Trauerstil beeinflussen, allerdings gibt es keine geschlechterspezifische Trauer.“ Es gebe zwar eine Häufung von Trauerstilen nach Gender, er verneint jedoch, dass es eine spezifisch „männliche“ Trauer gibt.

Doka geht stattdessen von individuellen Trauerstilen aus, die Mischformen verschiedener Muster sind. Diese Stile reihen sich auf einem Kontinuum auf, deren Endpunkte er als intuitive Muster (affektgeladene Verarbeitungsmuster) und instrumentelle Muster (kognitive Verarbeitungsmuster)  bezeichnet. Man beachte die explizit neutral gewählten Begriffe.

Mein Appell an Sie:

  • Wenn jemand in Ihrem Umfeld trauert, machen Sie möglichst wenig Annahmen, WIE diese Person trauert.
  • Mit Beobachten und Akzeptieren des individuellen Stils (ohne Abgleich mit den eigenen Erwartungen, wie es jemandem geht oder wie jemand reagiert), werden Sie jeder Person gerechter.

Aberkannte Trauer vs. Unfähigkeit, mit Trauer umzugehen

Aberkannte Trauer beschreibt Trauer, die vom Umfeld, der Gesellschaft oder den Menschen im direkten Drumherum kleingeredet, nicht gesehen oder nicht erwartet wird.

Davon möchte ich gern die Trauerunfähigkeit von Mitmenschen als Verhalten abgrenzen: Hier gehen Menschen Trauernden aus dem Weg, sei es aus Unwissen oder eigener Unsicherheit, oder weil der Verlust an eine eigene Angst rührt, aus einem „Nicht-zuständig-fühlen“ oder anderem.

Hier geht es also um ein (nicht immer böswilliges) Ignorieren. Aberkannte Trauer ist dagegen eher Trauer, deren Existenz gar nicht gesehen oder verstanden wird. 

Und: Die Abgrenzung gilt für die Begrifflichkeit; Betroffene fühlen sich in beiden Situationen allein gelassen. 

Sie haben Fragen, wie Sie mit Trauernden umgehen?

Fragen Sie nach den Daten meiner nächsten Vorträge.

Wenn Sie in einem akuten Trauerfall Fragen haben, wie Sie mit Zugehörigen umgehen, können Sie eine Beratungsstunde buchen. Schreiben Sie mich dazu am besten an: hallo [at] trauer-coaching.de

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